Die Bundesfinanzen

Das Wichtigste in Kürze

Der Bundeshaushalt schloss das Jahr 2021 mit einem hohen Defizit von 12,2 Milliarden Franken ab. Das Defizit war wie im Jahr 2020 auf die hohen Ausgaben zur Bewältigung der Corona-Pandemie zurückzuführen. Für 2022 wird aufgrund der Juni-Hochrechnung ein Finanzierungsdefizit von 5,0 Milliarden erwartet.

Abbildung 1: Rechnungsergebnisse des Bundes 1990–2021
Abbildung 1: Rechnungsergebnisse des Bundes 1990–2021

Für die Bewältigung der Pandemie gab der Bund 2021 insgesamt 14 Milliarden aus. Davon wurden 12,3 Milliarden Franken als ausserordentliche Ausgaben verbucht. Insgesamt resultierte ein Finanzierungsdefizit von 12,2 Milliarden Franken. Nach 2020 schrieb der Bund 2021 infolge der Pandemie zum zweiten Mal ein grosses Defizit.

Für das laufende Jahr 2022 rechnet der Bund gemäss der Juni-Hochrechnung mit einem Finanzierungsdefizit von rund 5,0 Milliarden Franken. Das Defizit ist erneut auf die ausserordentlichen Ausgaben zurückzuführen (7,4 Mrd.). Im ordentlichen Haushalt ergibt sich ein Überschuss von 0,8 Milliarden.


Hohe Ausgaben aufgrund der Pandemie

Die Ausgaben 2021 beliefen sich auf 88,3 Milliarden. Sie waren wie im Jahr 2020 geprägt durch die Bewältigung der Corona-Pandemie. Die grössten Ausgabenposten betrafen die Kurzarbeitsentschädigung (4,3 Mrd.), die Härtefallhilfe (4,2 Mrd.) und den Covid-Erwerbsersatz (1,8 Mrd.). Insgesamt blieben die Corona-Ausgaben mit 14,1 Milliarden etwas unter dem Jahr 2020 (15,0 Mrd.).

Für 2022 werden gemäss Juni-Hochrechnung Ausgaben von 84,6 Milliarden erwartet. Die ordentlichen Ausgaben dürften mit 77,2 Milliarden etwas unter dem Budget bleiben (-0,6 Mrd.). Dazu kommen ausserordentliche Ausgaben von 7,4 Milliarden, vor allem zur Bewältigung der Corona-Pandemie (6,5 Mrd.), aber auch für die Schutzsuchenden aus der Ukraine (voraussichtlich rund 0,9 Mrd.).

Einnahmen haben deutlich zugenommen

Im Jahr 2021 stiegen die Einnahmen dank der wirtschaftlichen Erholung von der Corona-Pandemie um 5,6 Prozent an. Die stärkste Zunahme verzeichneten die Mehrwertsteuer (+1,4 Mrd.) und die direkte Bundessteuer (+1,2 Mrd.). Auch die Gewinnausschüttung der Schweizerischen Nationalbank (SNB) fiel höher aus (+0,7 Mrd.). Die Zusatzausschüttungen von 1,3 Milliarden Franken wurden 2021 erstmals als ausserordentliche Einnahmen verbucht und tragen damit zum Abbau der Corona-Schulden bei.

2022 dürften die ordentlichen Einnahmen gemäss Juni-Hochrechnung 2022 höher ausfallen als budgetiert (+0,8 Mrd.). Dies ist namentlich auf die Mehrwertsteuer (+1,1 Mrd.) und die Stempelabgaben (+0,3 Mrd.) zurückzuführen. Mindereinnahmen werden für die Verrechnungssteuer (-0,5 Mrd.) und die Mineralölsteuer (-0,2 Mrd.) erwartet. Zusätzlich wird mit ausserordentlichen Einnahmen von 1,6 Milliarden gerechnet, davon 1,3 Milliarden aus der Zusatzausschüttung der SNB (aus dem SNB-Geschäftsjahr 2021).

Weiterführende Informationen

Letzte Änderung 16.09.2022

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