Die Bundesfinanzen
Ein Überblick über den Bundeshaushalt und die finanziellen Aussichten der kommenden Jahre.
Das Wichtigste in Kürze
Die Haushaltslage des Bundes hat sich kurzfristig entspannt. Nach Finanzierungsdefiziten in den Jahren 2020 bis 2024 resultierte für das Jahr 2025 ein ausgeglichenes Ergebnis. Erfreulich entwickelten sich insbesondere die Einnahmen aus der direkten Bundessteuer für juristische Personen (Gewinnsteuer). Temporäre Mehreinnahmen aus dem Kanton Genf haben diese Entwicklung verstärkt.
Auch im laufenden Jahr 2026 dürften die Gewinnsteuereinnahmen das Ergebnis substantiell verbessern. Die erste Hochrechnung für 2026 zeigt einen Finanzierungsüberschuss von knapp 0,8 Milliarden Franken. Budgetiert war ein Defizit von gut 0,7 Milliarden Franken. Auf der Ausgabenseite dürfte mehr in die Rüstung investiert werden als ursprünglich geplant.
Für 2027 budgetiert der Bundesrat ein Finanzierungsdefizit von 0,1 Milliarden. Dank des Entlastungspakets 27 (EP 27) und höherer Einnahmenerwartungen erfüllt der Voranschlag aber die Vorgaben der Schuldenbremse und weist einen strukturellen Überschuss von rund 180 Millionen Franken aus. Das EP27 entlastet den Bundeshaushalt im Jahr 2027 um rund 1,4 Milliarden Franken und ab 2028 um knapp 2 Milliarden Franken jährlich.
Das starke Ausgabenwachstum stellt den Bundeshaushalt mittelfristig vor Herausforderungen. Die Ausgaben wachsen in den kommenden Jahren weiterhin stark: von derzeit rund 90 Milliarden Franken auf über 104 Milliarden im Jahr 2030. Der wichtigste Treiber sind die steigenden Ausgaben für die Armee, die AHV und den Finanzausgleich. Trotz der nach oben revidierten Einnahmenschätzungen dürfte deshalb ab 2030 wieder ein Bereinigungsbedarf entstehen.
Mehr über die Einnahmen des Bundes
Wer entscheidet über die Ausgaben des Bundes?
Der Bundesrat erstellt jeweils Mitte Jahr einen Budgetentwurf für das kommende Jahr, in dem alle vorgesehenen Ausgaben und Einnahmen enthalten sind. Dieses Budget unterliegt der Schuldenbremse, das heisst: Der Bund darf keine neuen Schulden machen, er muss seine Ausgaben und Einnahmen im Gleichgewicht behalten, auch wenn Ausnahmen möglich sind. Seinen Vorschlag legt der Bundesrat dem Parlament vor. Dieses hat die Budgethoheit, das heisst: Es hat über die Finanzbeschlüsse das letzte Wort. Jeweils in der Wintersession diskutiert das Parlament über den Voranschlag mit integriertem Aufgaben- und Finanzplan (IAFP), der die Aussichten für das Haushaltsjahr und die drei folgenden Jahre enthält.
Woraus bestehen die Einnahmen des Bundes?
Für das Jahr 2027 rechnet der Bund mit ordentlichen Einnahmen in Höhe von 93,3 Milliarden. Gegenüber dem Vorjahresbudget entspricht dies einem Wachstum von 3,7 Prozent. Die wichtigste Einnahmequelle ist die direkte Bundessteuer für natürliche Personen (Privatpersonen) und für juristische Personen (Unternehmen). Die zweitgrösste Einnahmequelle ist die Mehrwertsteuer, die beim Kauf von Gütern und Dienstleistungen erhoben wird. Weitere wichtige Einnahmequellen sind die Übrigen Verbrauchssteuern wie die Mineralölsteuer und Tabaksteuer und die Verrechnungssteuer, die vor allem auf Dividenden und Zinsen erhoben wird.
Mehr über die Einnahmen des Bundes
Welche sind die Hauptausgabenposten des Bundes?
Die ordentlichen Ausgaben des Bundes werden im Voranschlag 2027 auf 93,8 Milliarden geschätzt. Sie wachsen gegenüber dem Vorjahresbudget um 3,5 Prozent. Das grösste Aufgabengebiet ist die soziale Wohlfahrt, gefolgt von Finanzen und Steuern (darunter fallen u.a. die Kantonsanteile an der direkten Bundessteuer) sowie der Verkehr. Nach sieben Jahren werden für 2027 erstmals keine ausserordentlichen Ausgaben mehr budgetiert. Diese fielen insbesondere für die Bewältigung der Covid-Pandemie sowie für die Schutzsuchenden aus der Ukraine an.
Mehr über die Ausgaben des Bundes
Wohin fliesst mein Steuergeld?
Steuern erheben in der Schweiz der Bund, die Kantone und die Gemeinden. Der schweizerische Föderalismus prägt das Steuersystem der Schweiz. Jeder der 26 Kantone hat sein eigenes Steuergesetz und belastet Einkommen, Vermögen, Erbschaften sowie andere Steuerobjekte ganz unterschiedlich. Beim Bund ist der Steuerfranken grundsätzlich nicht «angeschrieben», d.h. er fliesst in die allgemeine Bundeskasse zur Finanzierung aller Subventionen, Infrastrukturen und Dienstleistungen, die für das reibungslose Funktionieren der Gesellschaft unerlässlich sind, wie Soziales, Gesundheit und Sicherheit.
Ausnahmen sind zweckgebundene Einnahmen, etwa das Mehrwertsteuerprozent zur Finanzierung der AHV oder ein grosser Teil der Mineralölsteuer und der Verkehrsabgaben (Schwerverkehrsabgabe, Automobilsteuer, Autobahnvignette), die an den Nationalstrassen- und Agglomerationsverkehrsfonds gehen.
Was unternimmt der Bundesrat dafür, um den Bundeshaushalt dauerhaft ins Gleichgewicht zu bringen?
Der Bundesrat will strukturelle Defizite verhindern, die Schuldenbremse einhalten und den Bundeshaushalt mittelfristig ins Gleichgewicht bringen. Er hat dafür bereits in den Budgets 2024 und 2025 Sparmassnahmen umgesetzt und das Entlastungspaket 27 (EP 27) geschnürt. Die eidgenössischen Räte haben mit dem EP 27 Einsparungen von rund 1,4 Milliarden Franken im Jahr 2027, 1,9 Milliarden Franken im Jahr 2028 und knapp 2 Milliarden Franken im Jahr 2029 beschlossen. Zusammen mit den höheren Einnahmenerwartungen ermöglichen diese Massnahmen, die Vorgaben der Schuldenbremse aus heutiger Sicht bis 2029 einzuhalten. Für 2030 zeichnet sich ein geringfügiges strukturelles Finanzierungsdefizit ab.
Dossiers der zuständigen Stelle
Inhaltsverzeichnis
Medienmitteilungen zum Thema
Bundesrat verabschiedet Botschaft zum Budget 2027 mit IAFP 2028–2030
Ab sofort ist das Budget 2027 in elektronischer Form auf der Webseite der Eidgenössischen Finanzverwaltung (EFV) aufgeschaltet. Die gedruckte Version erscheint Anfang September.
Bundeshaushalt: Erste Hochrechnung 2026
Der Bundesrat wurde am 19. August 2026 über die aktuelle Hochrechnung für den Haushalt des Bundes informiert. Für das laufende Jahr rechnet der Bund mit einem Finanzierungsüberschuss von knapp 0,8 Milliarden Franken. Budgetiert war ein Defizit von gut 0,7 Milliarden Franken. Die Verbesserung gegenüber dem Voranschlag 2026 erklärt sich vor allem mit deutlich höheren Gewinnsteuereinnahmen. Dieses starke Einnahmenwachstum zeichnete sich im Frühsommer aufgrund der Steuereingänge in den Kantonen ab und konnte darum im Voranschlag 2027 des Bundesrats bereits berücksichtigt werden. In der Hochrechnung ist ein Nachtragskredit von 970 Millionen Franken für zusätzliche Rüstungsausgaben enthalten. Das führt dazu, dass auch die Ausgaben über dem Budget liegen dürften.
Budget 2027: Entlastungspaket und Mehreinnahmen verbessern die Finanzlage
Der Bundesrat hat am 24. Juni 2026 die Eckwerte zum Voranschlag 2027 und zum Finanzplan 2028–2030 verabschiedet. Dank des Entlastungspakets 27 und höherer Einnahmenerwartungen erfüllt der Voranschlag die Vorgaben der Schuldenbremse und weist einen strukturellen Überschuss von rund 180 Millionen Franken aus. Die verbesserten Aussichten schaffen finanziellen Spielraum, insbesondere für die Stärkung der Verteidigungsfähigkeit.
Eidgenössische Finanzverwaltung EFV
Schweiz - 3003 Bern