Bundesschulden

Das Wichtigste in Kürze

Die Schulden des Bundes sind als Folge der Massnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie gestiegen. Der Bund hatte per Ende 2020 ausstehende Schulden von ca. 104 Milliarden Franken. Dies ist ein Anstieg um 7 Milliarden im Vergleich mit dem Vorjahr. Trotzdem ist das Schuldenniveau der Schweiz im internationalen Vergleich nach wie vor tief. Dies verdankt der Bund auch der so genannten «Schuldenbremse». Noch 2005 hatten die Bundesschulden ca. 130 Milliarden betragen. Seit der Einführung der Schuldenbremse 2003 konnte der Bund seine Schulden stark abbauen.Für 2021 ist infolge der Corona-Pandemie nun aber wieder mit einer deutlichen Schuldenzunahme zu rechnen. Der Bundesrat hat Ende August zwei Varianten in die Vernehmlassung geschickt, um die Corona-Schulden wieder abzubauen.


Schulden und Schuldenquote in Mrd. und % BIP
Schulden und Schuldenquote in Mrd. und % BIP

Wie setzen sich die Schulden des Bundes zusammen?

Mit rund 79 Milliarden besteht der Grossteil der Bundesschuld aus Schuldpapieren, die der Bund am Geld- und Kapitalmarkt ausgibt. Die Bruttoschulden des Bundes umfassen zusätzlich auch weitere Verbindlichkeiten, bespielweise offene Zahlungen gegenüber Steuerpflichtigen, Kantonen oder Unternehmungen des Bundes.

Wie nimmt der Bund Schulden auf?

Um Fremdmittel aufzunehmen, gibt der Bund Schuldpapiere aus, so genannte Eidgenössischen Anleihen («Eidgenossen») und Geldmarktbuchforderungen. Diese Schuldpapiere stellen Wertpapiere dar und können von den Kreditgebern während der Laufzeit, wie andere Wertpapiere auch, frei gehandelt werden.

  • Bei den Geldmarktbuchforderungen handelt es sich um kurzfristige Mittelaufnahmen, also Kredite, mehrheitlich mit einer Laufzeit von drei Monaten und maximal 12 Monaten.

  • Die Eidgenössischen Anleihen garantieren eine langfristigere Geldaufnahme und weisen aktuell eine Laufzeit von bis zu 50 Jahren auf.

Für seine Schulden zahlt der Bund insgesamt einen Preis, die Schuldzinsen. Dank dem aktuell niedrigen Zinsniveau und dem Schuldenabbau hat sich dieser Aufwand in den vergangenen Jahren reduziert und betrug im Jahr 2020 insgesamt rund 1 Milliarde Franken. Der Bund verfolgt die Strategie, langfristig von den tiefen Zinsen zu profitieren, und zeichnet deshalb langfristige Schuldpapiere mit Laufzeiten von bis zu 50 Jahren.

Bei wem hat der Bund Schulden?

Da die ausgegebenen Geld- und Kapitalmarktpapiere nicht auf Namen lauten und mit ihnen gehandelt wird, weiss der Bund auch nicht abschliessend, von wem sie gehalten werden. Die Statistik der Schweizerischen Nationalbank liefert jedoch Hinweise, wie sich die Investorenbasis der Eidgenössischen Anleihen zusammensetzen dürfte: zu einem Grossteil aus inländischen Anlagefonds und Versicherungen, etwa 18 Prozent entfallen auf ausländische Anleger, und der Rest verteilt sich auf Pensionskassen, Banken und andere inländische Investoren. Seine Schulden hat der Bund demnach grösstenteils bei institutionellen Investoren aus dem Inland.

Investorenbasis der «Eidgenossen»
Investorenbasis der «Eidgenossen»

Ausblick

Die Corona-Pandemie macht hohe Ausgaben erforderlich. . Die Schulden nehmen insbesondere im Jahr 2021 wieder deutlich zu.. Bis Ende 2022 rechnet der Bundesrat mit einem Fehlbetrag im ausserordentlichen Haushalt von rund 25 Milliarden Franken. Diese zusätzliche Verschuldung muss gemäss Ergänzungsregel zur Schuldenbremse kompensiert werden. Der Bundesrat hat Ende August 2021 deshalb zwei Varianten in die Vernehmlassung geschickt, um die Corona-Schulden wieder abzubauen. Die erste Variante sieht einen mittelfristigen Abbau durch zukünftige Finanzierungsüberschüsse vor. Die zweite Variante enthält die Option, nur die Hälfte der Schulden abzubauen. Beide Varianten sind aus heutiger Perspektive ohne Sparprogramme umsetzbar. Ebenfalls zum Schuldenabbau tragen die Zusatzausschüttungen der Schweizerischen Nationalbank (SNB) bei.

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Letzte Änderung 25.08.2021

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