Bundesschulden

Das Wichtigste in Kürze

Die Schulden des Bundes sind als Folge der Massnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie gestiegen. Der Bund hatte per Ende 2021 Bruttoschulden von rund 109 Milliarden Franken. Dies ist ein Anstieg um 5 Milliarden im Vergleich mit dem Vorjahr. Trotzdem ist das Schuldenniveau der Schweiz im internationalen Vergleich nach wie vor tief. Dies verdankt der Bund auch der «Schuldenbremse». Noch 2005 hatten die Bundesschulden ca. 130 Milliarden betragen. Seit der Einführung der Schuldenbremse 2003 konnte der Bund seine Schulden stark abbauen. 2020 und 2021 sind die Schulden infolge der Corona-Pandemie nun aber wieder deutlich angestiegen. Die Zunahme der Bruttoschulden ist jedoch geringer als die Finanzierungsdefizite, weil rund die Hälfte der Defizite über die vorhandenen flüssigen Mittel gedeckt werden konnte.

Die coronabedingte Verschuldung widerspiegelt sich im Fehlbetrag des Amortisationskontos. Dieser Fehlbetrag, der durch die ausserordentlichen Ausgaben abzüglich der ausserordentlichen Einnahmen entstanden ist, dürfte bis Ende 2022 auf rund 25 bis 30 Milliarden Franken ansteigen und muss gemäss Finanzhaushaltgesetz (FHG) wieder abgebaut werden. Um Sparprogramme oder Steuererhöhungen zu verhindern, schlägt der Bundesrat eine Anpassung des FHG vor.


Entwicklung der Schulden und Schuldenquoten 1990 - 2021
Entwicklung der Schulden und Schuldenquoten 1990 - 2021

Wie setzen sich die Schulden des Bundes zusammen?

Mit rund 81 Milliarden besteht der Grossteil der Bundesschuld aus Schuldpapieren, die der Bund am Geld- und Kapitalmarkt ausgibt. Die Bruttoschulden des Bundes umfassen zusätzlich auch weitere Verbindlichkeiten, bespielweise offene Zahlungen gegenüber Steuerpflichtigen, Kantonen oder Unternehmungen des Bundes.

Wie nimmt der Bund Schulden auf?

Um Fremdmittel aufzunehmen, gibt der Bund Schuldpapiere aus, so genannte Eidgenössischen Anleihen («Eidgenossen») und Geldmarktbuchforderungen. Diese Schuldpapiere stellen Wertpapiere dar und können von den Kreditgebern während der Laufzeit, wie andere Wertpapiere auch, frei gehandelt werden.

  • Bei den Geldmarktbuchforderungen handelt es sich um kurzfristige Mittelaufnahmen, also Kredite, mehrheitlich mit einer Laufzeit von drei Monaten und maximal 12 Monaten.

  • Die Eidgenössischen Anleihen garantieren eine langfristigere Geldaufnahme und weisen eine Laufzeit von bis zu 50 Jahren auf.

Für seine Schulden zahlt der Bund insgesamt einen Preis, die Schuldzinsen. Dank dem aktuell niedrigen Zinsniveau und dem Schuldenabbau hat sich dieser Aufwand in den vergangenen Jahren reduziert und betrug im Jahr 2021 insgesamt knapp 800 Millionen Franken. Der Bund verfolgt die Strategie, langfristig von den tiefen Zinsen zu profitieren, und zeichnet deshalb langfristige Schuldpapiere mit Laufzeiten von bis zu 50 Jahren.

Bei wem hat der Bund Schulden?

Da die ausgegebenen Geld- und Kapitalmarktpapiere nicht auf Namen lauten und mit ihnen gehandelt wird, weiss der Bund auch nicht abschliessend, von wem sie gehalten werden. Die Statistik der Schweizerischen Nationalbank liefert jedoch Hinweise, wie sich die Investorenbasis der Eidgenössischen Anleihen zusammensetzen dürfte: zu einem Grossteil aus inländischen Anlagefonds und Versicherungen, etwa 18 Prozent entfallen auf ausländische Anleger, und der Rest verteilt sich auf Pensionskassen, Banken und andere inländische Investoren. Seine Schulden hat der Bund demnach grösstenteils bei institutionellen Investoren aus dem Inland.

Investorenbasis der «Eidgenossen»
Investorenbasis der «Eidgenossen»

Ausblick

Die Corona-Pandemie macht hohe Ausgaben erforderlich. Die Schulden nehmen aufgrund der hohen Corona-Ausgaben wieder deutlich zu. Bis Ende 2022 rechnet der Bundesrat mit einem Fehlbetrag im ausserordentlichen Haushalt von 25-30 Milliarden Franken. Diese zusätzliche Verschuldung muss gemäss Ergänzungsregel zur Schuldenbremse kompensiert werden. Der Bundesrat hat Ende August 2021 deshalb zwei Varianten in die Vernehmlassung geschickt, um die Corona-Schulden wieder abzubauen. Die erste Variante sieht einen mittelfristigen Abbau durch zukünftige Finanzierungsüberschüsse vor. Die zweite Variante enthält die Option, nur die Hälfte der Schulden abzubauen. Beide Varianten sind aus heutiger Perspektive ohne Sparprogramme umsetzbar. Ebenfalls zum Schuldenabbau tragen die Zusatzausschüttungen der Schweizerischen Nationalbank (SNB) bei.

Kontakt
Letzte Änderung 31.03.2022

Zum Seitenanfang

https://www.efd.admin.ch/content/efd/de/home/finanzpolitik/bundesschulden.html