Bundesschulden

Das Wichtigste in Kürze

Der Bund hatte per Ende 2019 ausstehende Schulden von ca. 97 Milliarden Franken. Noch 2005 waren es ca. 130 Milliarden gewesen, seither konnte der Bund seine Schulden dank der «Schuldenbremse» stetig abbauen. Durch die Ausgaben infolge der Corona-Krise wird es allerdings wieder zu einem Anstieg kommen.


Schulden und Schuldenquote in Mrd. und % des BIP
Schulden und Schuldenquote in Mrd. und % des BIP
© EFD / DFF

Wie setzen sich die Schulden des Bundes zusammen?

Mit rund 72 Milliarden besteht der Grossteil der Bundesschuld aus Schuldpapieren, die der Bund am Geld- und Kapitalmarkt ausgibt. Die Bruttoschulden des Bundes umfassen zusätzlich auch weitere Verbindlichkeiten, bespielweise offene Zahlungen gegenüber Steuerpflichtigen, Kantonen oder Unternehmungen des Bundes.

Wie nimmt der Bund Schulden auf?

Um Fremdmittel aufzunehmen, gibt der Bund Schuldpapiere aus, so genannte Eidgenössischen Anleihen («Eidgenossen») und Geldmarktbuchforderungen. Diese Schuldpapiere stellen Wertpapiere dar und können von den Kreditgebern während der Laufzeit, wie andere Wertpapiere auch, frei gehandelt werden.

  • Bei den Geldmarktbuchforderungen handelt es sich um kurzfristige Mittelaufnahmen, also Kredite, mehrheitlich mit einer Laufzeit von drei Monaten und maximal 12 Monaten.

  • Die Eidgenössischen Anleihen garantieren eine langfristigere Geldaufnahme und weisen aktuell eine Laufzeit von bis zu 50 Jahren auf.

Für seine Schulden zahlt der Bund insgesamt einen Preis, die Schuldzinsen. Dank dem aktuell niedrigen Zinsniveau und dem Schuldenabbau hat sich dieser Aufwand in den vergangenen Jahren reduziert und betrug im Jahr 2019 insgesamt rund 1 Milliarde Franken. Der Bund verfolgt die Strategie, langfristig von den tiefen Zinsen zu profitieren, und zeichnet deshalb langfristige Schuldpapiere mit Laufzeiten von bis zu 50 Jahren.

Bei wem hat der Bund Schulden?

Da die ausgegebenen Geld- und Kapitalmarktpapiere nicht auf Namen lauten und mit ihnen gehandelt wird, weiss der Bund auch nicht abschliessend, von wem sie gehalten werden. Die Statistik der Schweizerischen Nationalbank liefert jedoch Hinweise, wie sich die Investorenbasis der Eidgenössischen Anleihen zusammensetzen dürfte: zu einem Grossteil aus inländischen Anlagefonds und Versicherungen, etwa 20 Prozent entfallen auf ausländische Anleger, und der Rest verteilt sich auf Pensionskassen, Banken und andere inländische Investoren. Seine Schulden hat der Bund also bei einer Vielzahl an Investoren, meistens aus dem institutionellen Segment und im Inland.

Investorenbasis der «Eidgenossen»
Investorenbasis der «Eidgenossen»
© EFD / DFF

Ausblick

Die Corona-Pandemie macht hohe Ausgaben erforderlich. Ein bedeutender Teil davon kann aus bestehenden Liquiditätsreserven finanziert werden. Dennoch dürften die Bundesschulden wieder deutlich ansteigen. Grundsätzlich sieht die sogenannte Ergänzungsregel zur Schuldenbremse vor, dass auch Schulden, die in ausserordentlichen Krisen entstanden sind, relativ rasch wieder abgebaut werden müssen. Diese Bestimmung könnte aber auf gesetzlicher Ebene angepasst werden. Der Bundesrat will Ende 2020 entscheiden, wie er mit dem Schuldenanstieg verfahren wird.

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Letzte Änderung 25.11.2020

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