Digitale Verwaltung

Das Wichtigste in Kürze

Bund, Kantone, Gemeinden und Städte verstärken die Zusammenarbeit beim Aufbau und bei der Steuerung der «Digitalen Verwaltung». Der Bundesrat und die Plenarversammlung der Konferenz der Kantonsregierungen (KdK) haben dazu Anfang April 2020 ein umfassendes Projekt beschlossen. Bestehende personelle und finanzielle Ressourcen sollen dabei gebündelt und in einer neuen gemeinsamen Organisation effektiver eingesetzt werden, um den Fortschritt bei der Digitalisierung der Verwaltung zu beschleunigen. Der Bundesrat und die Kantonsregierungen haben am 11. bzw. 25. Juni 2021 der Umsetzung der Digitalen Verwaltung Schweiz gemäss den Grundlagen im Grundsatz zugestimmt. Am 23. September wurde die öffentlich-rechtliche Rahmenvereinbarung über die Digitale Verwaltung Schweiz im Rahmen der Plenarversammlung der KdK und am 24. September 2021 an der Bundesratssitzung genehmigt. Die Ratifizierung der neuen öffentlich-rechtlichen Rahmenvereinbarung durch die Kantonsregierungen ist per Ende 2021 vorgesehen.


Aktueller Stand

Ende August 2020 haben der Bundesrat und der Leitende Ausschuss der KdK Herrn Peppino Giarritta per 1. März 2021 zum Beauftragten von Bund und Kantonen für die Digitale Verwaltung Schweiz ernannt. Er verantwortet und steuert den Aufbau der DVS und wird die Geschäftsstelle DVS leiten, die administrativ beim GS-EFD angesiedelt ist.

Der Bundesrat hat an seiner Sitzung vom 11. Juni 2021 die Grundlagen zur Umsetzung der Digitalen Verwaltung Schweiz per 1. Januar 2022 zur Kenntnis genommen und der Umsetzung gemäss den vorliegenden Dokumenten im Grundsatz zugestimmt. Um den Aufbau von Infrastrukturen und Basisdiensten für die Abwicklung von elektronischen Prozessen zu beschleunigen, hat der Bundesrat für die Finanzierung der geplanten Agenda «Nationale Infrastrukturen und Basisdienste Digitale Verwaltung Schweiz» zusätzliche Mittel von insgesamt 15 Millionen Franken für die Jahre 2022 und 2023 beschlossen. Die Kantonsregierungen haben an der Plenarversammlung vom 25. Juni 2021 ebenfalls Stellung bezogen zur Digitalen Verwaltung Schweiz. Auch sie stimmen der Umsetzung der DVS gemäss den Grundlagen grundsätzlich zu. Auch der Schweizerische Gemeindeverband und der Schweizerische Städteverband begrüssen die Umsetzung der DVS grundsätzlich.

Bund und Kantone als gleichberechtigte Träger der DVS haben die öffentlich-rechtliche Rahmenvereinbarung im Rahmen der Plenarversammlung der KdK am 23. September bzw. an der Bundesratssitzung vom 24. September 2021 genehmigt. Die Ratifizierung der neuen öffentlich-rechtlichen Rahmenvereinbarung durch die Kantonsregierungen ist per Ende 2021 vorgesehen.

Grundlagen

Seit 2008 arbeiten Bund, Kantone und Gemeinden zusammen, um die digitale Verwaltung in der Schweiz zu etablieren. Sie haben dafür eine gemeinsame E-Government-Strategie definiert, deren Umsetzung die tripartite Organisation E-Government Schweiz koordiniert. Weitere Organisationen wie die Schweizerische Informatikkonferenz (SIK) oder der Standardisierungsverein eCH fördern den Einsatz der Informations- und Kommunikationstechnik in der Verwaltung. So haben Bund, Kantone und Gemeinden viele Grundlagen und elektronische Behördenleistungen in den vergangenen Jahren aufgebaut.

Harmonisierungsauftrag

Im internationalen Vergleich kommt die Digitalisierung von Diensten und Prozessen der Verwaltung in der Schweiz jedoch eher langsam voran. Zudem stellen sich neue Anforderungen an die Verwaltungstätigkeit, wie das Prinzip Once-Only bei der Datenverwaltung oder eine weitgehende Automatisierung von administrativen Abläufen. Eine stärkere Steuerung der Aktivitäten über die drei Staatsebenen in einer neuen Organisation ist daher aus Sicht des Bundesrates und der KdK nötig. Anfang April 2020 haben sie den Auftrag zum etappenweisen Aufbau dieser neuen Organisation erteilt.

Weitere Entwicklung

Die erste Etappe bis 2022 sieht die Umsetzung einer politischen Plattform mit Standardentwicklung vor, noch ohne Kompetenzen, aber mit einem breiten Mandat und Antragsrecht. Die zweite Etappe beinhaltet eine politische Plattform mit verbindlicher Standardsetzung etwa im Bereich Datenmanagement. Die dritte Etappe setzt eine Behörde voraus, die ein breites Mandat und entsprechende Kompetenzen hat. Nach jeder Etappe erfolgt eine Evaluation des Erreichten durch den Bundesrat und die Plenarversammlung der KdK. Anschliessend wird über die jeweils nächste Etappe entschieden.

Medienkonferenz

Weiterführende Informationen

Letzte Änderung 25.10.2021

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