Automatischer Informationsaustausch (AIA)

27.01.2020 - Der globale Standard über den automatischen Informationsaustausch über Finanzkonten (AIA) zielt darauf ab, die Steuertransparenz zu erhöhen und damit die grenzüberschreitende Steuerhinterziehung zu vermeiden. Bisher haben sich mehr als 100 Länder, darunter auch die Schweiz, zur Übernahme dieses Standards bekannt. Das inländische Bankgeheimnis in der Schweiz ist vom AIA nicht betroffen.

Die Rechtsgrundlagen für den AIA sind seit dem 1. Januar 2017 in Kraft. Das Parlament hat bis dato die Einführung des AIA mit 107 Partnerstaaten genehmigt. Mit 97 Partnerstaaten wurde der AIA inzwischen aktiviert (Stand am 1. Januar 2020). Damit umfasst das Netzwerk der AIA-Partnerstaaten der Schweiz alle EU- und EFTA-Mitgliedstaaten, fast alle G-20- und alle OECD-Staaten, die wichtigsten Wirtschaftspartner der Schweiz sowie die weltweit bedeutendsten Finanzplätze. Mit insgesamt 75 Partnerstaaten wurden Ende September 2019 erfolgreich Informationen über Finanzkonten ausgetauscht. Die Auswahl von weiteren Partnerstaaten hängt von den künftigen Entwicklungen auf internationaler Ebene ab („Commitments“ von weiteren Staaten; Programm des Global Forum zur Einführung des AIA mit Entwicklungsländern).

Das Global Forum on Transparency and Exchange of Information for Tax Purposes (Global Forum) überprüft die innerstaatliche Umsetzung des AIA-Standards mittels Länderüberprüfungen. Damit sollen weltweit gleiche Wettbewerbsbedingungen geschaffen werden. Wie beim Informationsaustausch auf Ersuchen prüft das Global Forum die innerstaatliche Umsetzung des AIA-Standards mittels Länderüberprüfungen. Diese beginnen in diesem Jahr. Um die Integrität des AIA-Standards von Beginn weg sicherzustellen, werden dessen zentrale Elemente, darunter die innerstaatlichen AIA-Rechtsgrundlagen, in einem stufenweisen Verfahren vorgeprüft. Im Rahmen dieser Vorprüfung hat das Global Forum Empfehlungen an die Schweiz gerichtet. Mit der Vorlage zur Änderung des Bundesgesetzes und der Verordnung über den internationalen automatischen Informationsaustausch in Steuersachen sollen die zur Umsetzung der Empfehlungen des Global Forum erforderlichen Massnahmen ergriffen werden. Sie betreffen u.a. gewisse Sorgfalts- und Registrierungspflichten, die Aufnahme einer Dokumentenaufbewahrungspflicht für Finanzinstitute sowie Begriffsbestimmungen. Weiter sollen einige Ausnahmebestimmungen aufgehoben oder angepasst werden. Der Bundesrat hat die Botschaft zur Änderung des AIAG am 20. November 2019 verabschiedet. Das Parlament wird die Vorlage im Laufe dieses Jahres behandeln, sodass die Änderungen vom Bundesrat voraussichtlich per 1. Januar 2021 in Kraft gesetzt werden können.

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Faktenblatt

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