Das Schweizer Steuersystem

Stand Juni 2019

Das Wichtigste in Kürze   

In der Schweiz liegt die ursprüngliche Steuerhoheit bei den Kantonen. Der Bund darf nur beschränkt Steuern erheben. Als Folge der Steuerautonomie stehen die Kantone in einem Steuerwettbewerb untereinander. Dieser Wettbewerb fördert die Effizienz der staatlichen Leistungserbringung und die Qualität der Infrastrukturen.


Die Eigenheiten des Schweizer Steuersystems

Die fiskalpolitische Autonomie der Kantone ist in der Schweiz stark verankert. Der Bund darf nur dort Steuern erheben, wo es ihm die Verfassung zugesteht. Dementsprechend eingeschränkt sind seine Steuerkompetenzen. Auch heute noch besitzt der Bund nur eine zeitlich befristete Befugnis zur Erhebung der direkten Bundessteuer und Mehrwertsteuer. Diese Kompetenz muss jeweils durch Volk und Stände erneuert werden. Die bestehende Finanzordnung gilt bis Ende 2020. Mit der neuen Finanzordnung 2021 wird das Recht des Bundes, die direkte Bundessteuer und die Mehrwertsteuer zu erheben, bis Ende 2035 verlängert. Anlässlich der Volksabstimmung vom 4. März 2018 wurde die Vorlage mit 84 Prozent Ja-Stimmen deutlich angenommen.

Die kantonale Steuerautonomie führt zwar zu einem intensiven Steuerwettbewerb unter den Kantonen. Der gelegentlich befürchtete ruinöse Steuersenkungswettlauf „race to the bottom" findet jedoch nicht statt. Bund und Kantone bieten eine qualitativ hochstehende Infrastruktur an, über die das Volk genauso befindet wie über die dafür zu erhebenden Steuern. Zudem übt der Nationale Finanzausgleich eine dämpfende Wirkung auf den Steuerwettbewerb aus und verhindert Fehlanreize.

Steuern im Standortwettbewerb

Wie alle Staaten bemüht sich auch die Schweiz, einen attraktiven Wirtschaftsstandort mit vorteilhaften Bedingungen zu bieten. Angesichts der geringen Grösse des Binnenmarktes, der Rohstoffarmut und der geografisch-topografischen Gegebenheiten ist die Schweiz gezwungen, ihre Spezialisierungsvorteile auch in einer attraktiven Steuerpolitik zu suchen.

Die Unternehmensbesteuerung ist dabei ein wichtiger Faktor. Um die Attraktivität des Steuerstandortes Schweiz zu erhöhen und um internationalen Standards zu entsprechen, stehen Anpassungen der Unternehmensbesteuerung an. So nahm das Parlament das Bundesgesetz über die Steuerreform und die AHV-Finanzierung (STAF) in der Schlussabstimmung vom 28. September 2018 an. Ausgangspunkt der Vorlage ist die Ablösung bestehender Steuerregimes, die nicht mehr im Einklang mit internationalen Standards stehen. Wird dagegen das Referendum ergriffen, erfolgt am 19. Mai 2019 eine Volksabstimmung.

Die Unternehmensbesteuerung ist bei Weitem nicht der einzige Grund für die Attraktivität der Schweiz. Moderne Infrastrukturen, flexible, mehrsprachige und gut qualifizierte Arbeitskräfte, starke Forschungs- und Entwicklungskapazitäten, ein flexibles Arbeitsrecht, eine moderate Besteuerung der natürlichen Personen und Doppelbesteuerungsabkommen mit den wichtigsten Wirtschaftspartnern sind ebenfalls wichtige Gründe für die Standortattraktivität der Schweiz.

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