Bundesrat wählt Thomas Bauer zum künftigen Verwaltungsratspräsidenten und drei neue Mitglieder in den Verwaltungsrat der FINMA

Bern, 01.07.2015 - Der Bundesrat hat an seiner heutigen Sitzung Thomas Bauer, bis 2014 Partner in der Rechtsabteilung von Ernst & Young, zum neuen Verwaltungsratspräsidenten der Finanzmarktaufsicht (FINMA) gewählt. Thomas Bauer wird per 1. August 2015 in den Verwaltungsrat eintreten und per 1. Januar 2016 die Nachfolge von Anne Héritier Lachat antreten. Zudem wählte der Bundesrat per 1. Januar 2016 drei neue Mitglieder in den FINMA-Verwaltungsrat: Renate Schwob, ehemalige stellvertretende Vorsitzende der Geschäftsleitung der Schweizerischen Bankiervereinigung, Marlene Amstad, Regional Advisor bei der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) in Hong Kong und Bernard Keller, bis Ende 2014 Mitglied der Geschäftsleitung der Julius Bär Gruppe.

Unter Verdankung der geleisteten Dienste hat der Bundesrat heute Kenntnis genommen vom Rücktritt von Anne Héritier Lachat, nach Ablauf der Amtsperiode Ende 2015, die den FINMA-Verwaltungsrat seit 2011 präsidierte, sowie von Vizepräsident Paul Müller. Zum neuen Präsidenten des FINMA-Verwaltungsrates wählte er den 60-jährigen Thomas Bauer, wohnhaft in Therwil (BL). Den neuen Vizepräsidenten wird der Bundesrat zu einem späteren Zeitpunkt bestimmen. Für die neue Amtsperiode 2016 - 2019 hat der Bundesrat zudem Philippe Egger, Bruno Frick, Yvan Lengwiler, Günter Pleines und Franz Wipfli in ihrem Amt bestätigt.

Thomas Bauer neuer Verwaltungsratspräsident

Thomas Bauer schloss sein Rechtsstudium mit einer Doktorarbeit im Börsenrecht ab. Nach dreijähriger anwaltschaftlicher Tätigkeit arbeitete er zunächst im Steuerdienst der damaligen Schweizerischen Bankgesellschaft und anschliessend als Rechtskonsulent bei der damaligen BfG: Bank (Schweiz) AG. In dieser Zeit war Thomas Bauer auch für die Rechtskommission des Auslandbankenverbandes und für die Schweizerische Bankiervereinigung tätig. 1994 nahm er seine Tätigkeit als stellvertretender Direktor in der Rechts- und Steuerabteilung der ATAG Ernst & Young auf. Von 1998 bis zu seinem Austritt 2014 wurde er zum Partner und zum Fachbereichsleiter Insolvency and Restructuring Law bei E&Y ernannt. Aktuell ist Thomas Bauer noch in einem Teilzeitpensum am Kantonsgericht Basel-Land tätig.

Der Bundesrat wählte Thomas Bauer aufgrund seines Leistungsausweises und seiner ausgewiesenen fachlichen Kompetenzen mit den Schwerpunkten im Bankenrecht, namentlich im Bereich der Sorgfaltspflicht und Geldwäschereiprävention, im Gesellschaftsrecht sowie im Insolvenz- und Sanierungsrecht. Aus der mehrstufigen Evaluation ging hervor, dass Thomas Bauer das Anforderungsprofil als Verwaltungsratspräsident der FINMA am besten erfüllt.

Zwei Frauen, ein Tessiner

Aufgrund des Rücktritts von Vizepräsident Paul Müller per Ende 2015 und der bereits erfolgten Rücktritte von Jean-Baptiste Zufferey und Joseph Rickenbacher wählte der Bundesrat zudem drei neue Mitglieder in den Verwaltungsrat der FINMA, nämlich Renate Schwob, wohnhaft in Baar (ZG), Marlene Amstad, wohnhaft in Hongkong und Zürich, sowie Bernard Keller, wohnhaft in Cadro (TI). Diese werden ihr Mandat mit dem Beginn der neuen Amtsperiode 2016 - 2019 am 1. Januar 2016 antreten.

-Renate Schwob ist 62-jährig und erwarb nach ihrem Jurastudium das Anwalts- und Notariatspatent und später auch das Doktorat. Nach mehrjähriger Tätigkeit in der öffentlichen Verwaltung wechselte sie zur Credit Suisse, bei welcher sie unter anderem das Ressort Legal & Compliance im Geschäftsbereich Trading und Sales leitete. Ab 2004 bis 2014 war Renate Schwob stellvertretende Vorsitzende der Geschäftsleitung der Schweizerischen Bankiervereinigung und Leiterin Finanzmarkt Schweiz. Die Wahl von Renate Schwob in den FINMA-Verwaltungsrat erfolgte aufgrund ihrer vertieften Kenntnisse in allen wichtigen Themen, die den Finanzplatz betreffen - insbesondere in Compliance- und Rechtsfragen sowie Fragen betreffend Umsetzung der Regulierungsanforderungen.

-Marlene Amstad ist 47-jährig. Nach Erwerb des Doktortitels in Wirtschaftswissenschaften begann sie ihre berufliche Laufbahn bei der Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich (KOF). Sie war anschliessend für die Credit Suisse im quantitativen Kreditrisikomanagement, in der Forschungsabteilung der Schweizerischen Nationalbank (SNB) sowie bei der Federal Reserve Bank of New York tätig. Später kehrte sie als stellvertretende Direktorin zur SNB zurück, übernahm die Leitung der Anlagestrategie und Finanzmarktanalyse und war Mitglied des Anlagekomitees für die Devisenreserven. Ende 2011 wechselte Marlene Amstad zur Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) in Hong Kong, wo sie bis Mitte 2015 für die Asian Bond Fund Initiative verantwortlich war. Seit 2007 ist sie zudem Lehrbeauftragte an der Universität Bern im Bereich Finanzmärkte und -infrastruktur. Die Wahl von Marlene Amstad erfolgte aufgrund ihrer ausgewiesenen Kenntnisse im Schweizer Finanzmarkt, ihrer internationalen Erfahrung im Asset Management sowie ihrer globalen Kontakte zu Notenbanken und Regulatoren.

-Bernard Keller ist 62-jährig und studierte an der Hochschule St. Gallen Volkswirtschaftslehre. Er begann seine berufliche Laufbahn bei Nestlé, bevor er zur UBS wechselte, bei welcher er 1990 in Lugano Head des Private Banking Advisory wurde. 1993 wurde Keller zum Deputy General Manager und Head des Private Banking der Banco di Lugano (BDL) - einer Privatbank im Besitz der UBS - und 1997 zu deren CEO ernannt. Nach dem Verkauf der BDL an Julius Bär wurde er CEO der umbenannten Bank Julius Bär Lugano und Mitglied der Geschäftsleitung von Julius Bär. Mit Bernard Keller, der Ende 2014 in den Ruhestand trat, wurde ein ausgewiesener Kenner des Finanzplatzes Tessin in den FINMA-Verwaltungsrat gewählt. Er verfügt über einen ausgezeichneten Praxisbezug im Bankensektor und breite Kenntnisse im Vermögensverwaltungsgeschäft und im Asset Management.

Die drei neuen Verwaltungsratsmitglieder sind von den Beaufsichtigten unabhängig und üben bei Amtsantritt keine Tätigkeit mehr aus, die zu Interessenskonflikten führen könnten.


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