Glossar STAF

Abschreibungen

Abschreibungen werden vorgenommen, um stets den aktuellen Wert des Vermögens aus der Buchführung ersehen zu können und den Wertverlust durch Abnutzung oder Alterung der Anlagegüter als Kosten buchhalterisch nachzuvollziehen. Abschreibungen stellen Aufwand dar und mindern den steuerbaren Gewinn.

Abzug für Eigenfinanzierung

Im geltenden Recht können die Fremdkapitalzinsen als Aufwand vom steuerbaren Gewinn abgezogen werden. Der Abzug für Eigenfinanzierung erweitert den Abzug für Finanzierungskosten, indem zusätzlich auch kalkulatorische Zinsen auf dem Sicherheitseigenkapital (s. Sicherheitseigenkapital) abgezogen werden können.

AHV-Ausgleichsfonds

Die zentrale Kasse der AHV, der die Einnahmen der AHV gutge-schrieben und die Ausgaben der AHV belastet werden. Der AHV-Ausgleichsfonds muss gemäss Gesetz in der Regel über finanzielle Mittel in der Höhe einer Jahresausgabe der AHV verfügen. Er wird von einer öffentlich-rechtlichen Anstalt des Bundes unter der Bezeichnung Compenswiss mit Sitz in Genf verwaltet. Compenswiss hat dafür zu sorgen, dass das Geld im Ausgleichsfonds sicher und gewinnbringend angelegt wird und der AHV immer genügend liquide Mittel zur Verfügung stehen, um die Renten und anderen Leistungen aus-zahlen zu können. Siehe auch: www.compenswiss.ch.

Anrechnung ausländischer Quellensteuern (vormals: pauschale Steueranrechnung)

Gestützt auf ein Doppelbesteuerungsabkommen werden mit der Anrechnung ausländischer Quellensteuern im Ausland gezahlte und dort nicht rückforderbare Steuern an die schweizerische Steuer angerechnet. Damit können Doppelbesteuerungen im internationalen Verhältnis vermieden werden.

Ausgleichsmassnahmen, vertikale

Der Begriff umschreibt die Erhöhung des Kantonsanteils an den Einnahmen der direkten Bundessteuer. Dieser wird erhöht, um den Kantonen finanzpolitischen Handlungsspielraum zu verschaffen und die Lasten der STAF zwischen Bund und Kantonen ausgewogen zu verteilen. Die AHV-Steuerreform wird schwergewichtig in den Kantonen und ihren Gemeinden umgesetzt und führt dort zu höheren Mindereinnahmen als beim Bund. Der Bund hingegen profitiert von diesen Massnahmen, weil dadurch die steuerliche Wettbewerbsfähigkeit erhalten bleibt und dadurch die Einnahmen der direkten Bundessteuer gesichert werden.

Beitragssatz

Der Beitrag der Arbeitnehmenden an die AHV wird hälftig von den Arbeitgebenden und von den Arbeitnehmenden bezahlt und beträgt 8,4 Prozent des Lohnes. Die Beiträge der Selbständigerwerbenden hängen vom Einkommen ab und betragen 4,2 bis maximal 7,8 Prozent. Personen, die nicht erwerbstätig sind, bezahlen Beiträge im Verhältnis zu ihrem Vermögen und einem allfälligen Renteneinkommen. Ihr Beitrag beträgt mindestens 392 Franken und höchstens 19'600 Franken im Jahr (alle Angaben für das Jahr 2018).

BEPS

«Base Erosion and Profit Shifting» (BEPS, deutsch: «Gewinnverkürzung und Gewinnverlagerung») ist ein Projekt der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) und der G20 (Gruppe der zwanzig wichtigsten Industrie- und Schwellenländer). Dieses Projekt hat zum Ziel, dass die Gewinne der Unternehmen an dem Ort besteuert werden, an dem die Wertschöpfung stattfindet. Im Herbst 2015 hat die OECD die Resultate, darunter vier Mindeststandards, zu diesem Thema veröffentlicht. Derzeit prüft die OECD die Umsetzung der Mindeststandards in den einzelnen Ländern.

Beta-Faktoren

Gewinne von Gesellschaften mit kantonalem Steuerstatus (s. Steuerstatus) werden im Finanzausgleich mit den Beta-Faktoren verrechnet und somit im Ressourcenpotenzial (s. unter Ressourcenpotenzial) tiefer gewichtet. Aufgrund dieser privilegierten Besteuerung fliessen die Gewinne nur reduziert in das Ressourcenpotenzial ein. Die Beta-Faktoren werden mit der AHV-Steuerreform abgeschafft und der Finanzausgleich an die neue steuerpolitische Realität angepasst.

Bundesbeitrag an die AHV

Der Bund trägt einen fixen Anteil von 19,55 % der AHV-Ausgaben. Das sind rund 8,5 Milliarden Franken pro Jahr. Etwa ein Fünftel dieses Betrags kann der Bund mit Fiskal-abgaben für Tabak und Spirituosen sowie mit seinem Anteil am Demografieprozent der Mehrwertsteuer abdecken. Den Rest bringt er aus allgemeinen Bundesmitteln auf. Die AHV-Steuervorlage sieht vor, den Bundesbeitrag von 19,55 auf 20,2 % der AHV-Ausgaben zu erhöhen. Im Jahr 2020 entspricht das Mehreinnahmen für die AHV von rund 300 Millionen Franken.

Demografieprozent der Mehrwertsteuer

Seit 1999 wird ein MWST-Prozentpunkt für die AHV erhoben. Dieses sogenannte Demografieprozent dient dazu, die Entwicklung des Altersaufbaus der Bevölkerung zu finanzieren. Diese Entwicklung verläuft für die AHV ungünstig, denn die Zahl der Personen, die pensioniert werden, steigt schneller an als die Zahl jener, die Beiträge bezahlen. Die laufenden Einnahmen reichen nicht mehr, um die Ausgaben zu decken. 83 % des Ertrages dieses MWST-Prozents fliessen an die AHV. Die restlichen 17 % erhält der Bund, weil die demografische Entwicklung auch den Bund belastet. Die AHV-Steuerreform sieht vor, das Demografieprozent vollständig an die AHV zu überweisen. Dies entspricht im Jahr 2020 Mehreinnahmen für die AHV von rund 520 Millionen Franken.

Entlastungsbegrenzung

Mit der AHV-Steuervorlage soll im Steuerharmonisierungsgesetz eine Entlastungsbegrenzung eingeführt werden. Diese stellt sicher, dass Unternehmen auch nach Anwendung der neuen steuerli-chen Sonderregelungen (Patentbox, zusätzliche F&E-Abzüge und Abzug für Eigenfinanzierung) mindestens 30 Prozent des Gewinns versteuern. Soweit die kantonale Praxis eine Aufdeckung stiller Reserven bei Beendigung der Besteuerung als Statusgesellschaft vorsieht, fallen auch die diesbezüglichen Abschreibungen unter die Entlastungsbegrenzung.

Finanzausgleich

Der Finanzausgleich regelt die finanziellen Beziehungen zwischen Bund und Kantonen. Er umfasst einerseits die Zuteilung der öffentlichen Aufgaben und andererseits die Umverteilung von öffentlichen Geldern zwischen Bund und Kantonen bzw. zwischen den Kantonen. Mit dem Finanzausgleich werden zwei Hauptziele verfolgt: Kantonale Unterschiede in der finanziellen Leistungsfähigkeit werden verringert und die Effizienz bei der staatlichen Aufgabenerfüllung gesteigert.

Finanzierung der AHV

Die AHV erhält ihr Geld zur Hauptsache von den Versicherten. Sie tragen rund drei Viertel der AHV-Ausgaben, wobei die Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber für ihre Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer die Hälfte der Beiträge bezahlen. Die zweitwichtigste Geldquelle ist der Bund: Er bezahlt fix einen Anteil von 19,55 Prozent der AHV-Ausgaben. Das sind rund 8,5 Mrd. Franken pro Jahr. Seit 1999 erhält die AHV auch Geld aus der Mehrwertsteuer (siehe Demografieprozent). Diese Quelle deckt etwas mehr als 5 Prozent der AHV-Ausgaben. Weitere Geldquellen der AHV sind der Ertrag aus den Anlagen des Ausgleichsfonds, die Spielbankenabgabe und die Einnahmen aus dem Rückgriff auf haftpflichtige Dritte.

Forschungs- und Entwicklungsabzüge, zusätzliche

Für Forschung und Entwicklung können die Kantone über den tatsächlichen Aufwand hinaus zusätzlich Abzüge von höchstens 50 % gewähren. Dadurch reduziert sich der steuerbare Gewinn.

Forum on Harmful Tax Practices (FHTP)

Das «Forum gegen schädliche Steuerpraktiken» bezweckt, schädliche Steuerpraktiken in OECD-Mitgliedstaaten und weiteren Ländern aufzuzeigen und zu verhindern. Die Schweiz ist in diesem Gremium vertreten. Das Forum hat seit Beginn des BEPS-Projektes 255 Regimes geprüft, darunter auch die Steuerregimes, welche im Rahmen der AHV-Steuervorlage abgeschafft werden sollen. Die OECD schuf das FHTP nach der Veröffentlichung des Berichts «Harmful Tax Competition: An Emerging Global Issue» (Deutsch: Schädlicher Steuerwettbewerb: eine aufstrebende globale Thematik) im Jahr 1998. Heute ist das FHTP unter Aktion 5 Teil des BEPS-Projekts und beschäftigt sich vor allem mit Substanzanforderungen für Unternehmen und Transparenz in Steuersachen. In diesem Forum wurde unter anderem der OECD-Standard für Patentboxen entwickelt.

Geburtenstarke Jahrgänge (Babyboom-Generation)

In den 1950er- bis Mitte der 1960er-Jahre stieg die Anzahl Neugeborener in der Schweiz stark an, danach sank die Geburtenrate wieder, bis sie Mitte der 1970er-Jahre wieder das vorherige Niveau erreichte. Diese geburtenstarken Jahrgänge sind auch als die «Baby-boom-Generation» bekannt. Sie erreichen jetzt und in den kommenden rund 20 Jahren das Rentenalter. Das hat einen ungünstigen Einfluss auf die AHV. Die Zahl der Pensionierten steigt schneller als die Zahl jener, die AHV-Beiträge bezahlen. Die Ausgaben der AHV steigen schneller als die Einnahmen.

Gewinnsteuerbelastung, effektiv

Weil der Steuerbetrag von der Bemessungsgrundlage abgezogen werden kann, reduziert sich die tatsächliche Belastung gegenüber der statutarischen (siehe: Gewinnsteuerbelastung, statutarisch).. Beim Bund entspricht sie 7.,83%.

Gewinnsteuerbelastung, statutarisch

Sie basiert auf den gesetzlich vorgegebenen Gewinnsteuersätzen. Beim Bund beträgt sie 8.5%.

Gewinnsteuer des Bundes

Der Gewinnsteuer des Bundes unterliegen alle juristischen Personen mit Sitz oder tatsäclicher Verwaltung in der Schweiz. Dies betrifft insbesondere Kapitalgesellschaften (Aktiengesellschaften, Kommanditaktiengesellschaften, Gesellschaften mit beschränkter Haftung) und Genossenschaften sowie Vereine, Stiftungen und übrige juristische Personen.

Lohnbeiträge

Die Beiträge der erwerbstätigen Versicherten werden auf dem gesamten Erwerbseinkommen erhoben. Für die Arbeitnehmenden betragen sie 8,4 Lohnprozente, je zur Hälfte getragen von Arbeitnehmenden und Arbeitgebenden. Die Beiträge der Selbstständigerwerbenden hängen vom Einkommen ab und betragen 4,2 bis maximal 7,8 Prozent. Personen, die nicht erwerbstätig sind, bezahlen Beiträge im Verhältnis zu ihrem Vermögen und einem allfälligen Renteneinkommen. Ihr Beitrag beträgt mindestens 392 Franken und höchstens 19 600 Franken im Jahr (alle Angaben für das Jahr 2018).

Nexusansatz, modifiziert

Dieser Ansatz wurde von der OECD (vgl. obenstehende Ausführungen zum Forum on Harmful Tax Practices) im Zusammenhang mit Patentboxen erarbeitet. Mit dem modifizierten Nexusansatz soll sichergestellt werden, dass im Rahmen der Patentbox grundsätzlich nur diejenigen Erträge steuerlich privilegiert werden, die auf Forschungs- und Entwicklungsaufwand im Inland zurück zu führen sind. Im Einklang mit dem von der OECD entwickelten Modell ist jedoch in beschränktem Ausmass noch eine zusätzliche Entlastung möglich (sog. «Uplift»).

Patentbox

Mittels einer Patentbox werden Gewinne aus Patenten und vergleichbaren Rechten ermässigt besteuert. Die vom Bundesrat vorgeschlagene Patentbox entspricht dem OECD-Standard (s. unter Nexusansatz, modifiziert).

Prinzipalgesellschaft

International tätige Konzerne zentralisieren die Funktionen, Verantwortlichkeiten und Risiken innerhalb des Konzerns nach Produktgruppen oder Märkten. Die Obergesellschaft einer zentralisierten Struktur wird als Prinzipalgesellschaft bezeichnet. Sie übernimmt weltweit den Einkauf, die Planung der Forschung und Entwicklung, die Produktionsplanung und -steuerung, die Lagerverwaltung und Logistikplanung, die Entwicklung der Marketingstrategie, die Absatzplanung und -steuerung, «Treasury and Finance» sowie die Administration. Befindet sich diese Prinzipalgesellschaft in der Schweiz, so wird gestützt auf ein Kreisschreiben der ESTV zur direkten Bundessteuer ein Teil des Reingewinns von der Besteuerung in der Schweiz ausgenommen, mit der Begründung, dass dieser Teil des Reingewinns einer ausländischen Betriebsstätte zuzuordnen ist. Seit dem 1. Januar 2019 wendet die ESTV die Praxis nicht mehr auf Unternehmen an, die diese Praxis erstmalig in Anspruch nehmen wollen.

Reserven, stille

Als stille Reserven gilt die Differenz zwischen dem Verkehrswert eines Vermögenswerts (z.B. einer Maschine) und dem tieferen Buchwert. Sie können durch Wertsteigerungen oder infolge von Abschreibungen entstehen. Die Realisierung stiller Reserven (z.B. infolge Verkauf) löst die Gewinnsteuer aus. Eine steuerpflichtige Realisierung stiller Reserven findet ebenfalls statt, wenn die Steuerpflicht endet (z.B. infolge Wegzugs aus der Schweiz). Umgekehrt ist es konsequent, bei Beginn der Steuerpflicht infolge Zuzugs eine steuerneutrale Aufdeckung stiller Reserven zuzulassen, die im Ausland erwirtschaftet worden sind. Bei Beendigung der Besteuerung als Statusgesellschaft richtet sich die Aufdeckung stiller Reserven nach der jeweiligen kantonalen Praxis. Nach Inkrafttreten der AHV-Steuervorlahe werden die bestehenden stillen Reserven dieser Unternehmen in einer Verfügung festgestellt und bei deren Realisierung während der nächsten fünf Jahre mit einem vom Kanton zu bestimmenden Sondersatz besteuert (sog. sondersatzlösung). Sowohl die Aufdeckung stiller Reserven bei Zuzug wie auch bei Beendigung eines kantonalen Steuerstatus werden auch als Step up bezeichnet.

Ressourcenausgleich

Der Ressourcenausgleich ist eines der Ausgleichsinstrumente im Rahmen des Finanzausgleichs zwischen Bund und Kantonen und trägt dazu bei, die Unterschiede in der finanziellen Leistungsfähigkeit zwischen den Kantonen zu verringern und die steuerliche Wettbewerbsfähigkeit im nationalen und internationalen Verhältnis zu erhalten. Er wird durch den Bund und die ressourcenstarken Kantone finanziert. Der Bund finanziert den vertikalen Ressourcenausgleich, die ressourcenstarken Kantone den horizontalen Ressourcenausgleich.

Ressourcenindex

Der Ressourcenindex bildet die Basis für den Ressourcenausgleich. Er widerspiegelt die steuerlich ausschöpfbaren Ressourcen eines Kantons im Vergleich zum schweizerischen Durchschnitt. Der schweizerische Mittelwert des Ressourcenpotenzials je Einwohner bildet dabei den Indexwert von 100. Kantone mit Index unter 100 gelten als ressourcenschwach, jene mit Index über 100 gelten als ressourcenstark.

Ressourcenpotenzial

Das Ressourcenpotenzial bildet die steuerlich ausschöpfbaren Ressourcen eines Kantons ab und zeigt damit die finanzielle Leistungsfähigkeit eines Kantons. Das Ressourcenpotenzial ist die Basis für die Berechnung des Ressourcenindexes. Es entspricht dem dreijährigen Durchschnitt der Aggregierten Steuerbemessungsgrundlage (ASG), welche im Wesentlichen auf der Bemessungsgrundlage der direkten Bundessteuer basiert.

Sicherheitseigenkapital

Ist die Bezeichnung für denjenigen Teil des Eigenkapitals, der eine angemessene durchschnittliche Eigenfinanzierung überschreitet. Nur auf dem Sicherheitseigenkapital wird der Abzug für Eigenfinanzierung (s. Abzug für Eigenfinanzierung) gewährt.

Step-up

s. «Reserven, stille».

Steuerstatus, kantonaler

Steuerstatus, kantonaler: Kapitalgesellschaften, Genossenschaften und teilweise Stiftungen, die bestimmte Funktionen erfüllen oder deren Geschäftstätigkeit stark auslandbezogen ist, können auf kantonaler Ebene in den Genuss eines Steuerstatus kommen. Diese Statusgesellschaften entrichten auf kantonaler Ebene keine oder eine reduzierte Gewinnsteuer. Das Steuerharmonisierungsgesetz des Bundes (StHG) unterscheidet verschiedene Formen von Statusgesellschaften: Holdinggesellschaften (Art. 28 Abs. 2 StHG): Die Hauptaktivität besteht im langfristigen Halten und Verwalten von Beteiligungen. Verwaltungsgesellschaften: - Domizilgesellschaften (Art. 28 Abs. 3 StHG): Diese üben in der Schweiz keine Geschäftstätigkeit aus und nehmen nur Verwaltungsfunktionen wahr. - Gemischte Gesellschaften (Art. 28 Abs. 4 StHG): Ihre Geschäftstätigkeit in der Schweiz ist lediglich von untergeordneter Bedeutung. Die direkte Bundessteuer kennt keinen Steuerstatus.

Swiss Finance Branch

Sie ist die schweizerische Finanzbetriebsstätte eines ausländischen Unternehmens. Sie ist namentlich für die Darlehensvergabe innerhalb von ausländischen Konzernen zuständig. Das dafür nötige Kapital kommt von einer ausländischen Finanzgesellschaft. Dieser wird ein Nutzungsentgelt für das der schweizerischen Betriebsstätte zur Verfügung gestellte Kapital zugestanden. Daraus ergibt sich ein entsprechend reduzierter steuerbarer Gewinn bei der schweizerischen Finanzbetriebsstätte. Diese Behandlung stützt sich auf eine Praxis der ESTV und der kantonalen Steuerbehörden. Seit dem 1. Januar 2019 wendet die ESTV die Praxis nicht mehr auf Unternehmen an, die diese Praxis erstmalig in Anspruch nehmen wol-len.

Teilbesteuerungsverfahren

Das Teilbesteuerungsverfahren wurde im Rahmen der Unternehmenssteuerreform II eingeführt, um die wirtschaftliche Doppelbelastung zu mildern/zu beseitigen. Diese entsteht, wenn Dividenden zuerst als Gewinn einer Gesellschaft und danach als Einkommen eines Anteilseigners vollumfänglich besteuert werden. Die Kantone sind grundsätzlich frei, ob sie ein Teilbesteuerungsverfahren einführen und wie sie dieses ausgestalten. Die Teilbesteuerung ist aber ausschliesslich auf Beteiligungen anwendbar, die mindestens 10% betragen. Mit der AHV-Steuervorlage soll das Teilbesteuerungsmass beim Bund auf 70 Prozent angehoben werden (heute: 50% wenn die Beteiligungen im Geschäftsvermögen gehalten werden und 60% wenn sie im Privatvermögen gehalten werden). Die Kantone werden Dividendenerträge zukünftig zu mindestens 50 Prozent besteuern (im geltenden Recht wird den Kantonen kein Teilbesteuerungsmass vorgeschrieben). Zudem soll die Entlastungsmethode harmonisiert werden.

Umlageergebnis / Umlagedefizit

Die Differenz zwischen den Einnahmen und den Ausgaben eines Jahres ohne Berücksichtigung eines allfälligen Vermögensertrags. Das Umlageergebnis zeigt, ob sich die AHV in einem finanziellen Gleichgewicht befindet. Ist es negativ, liegt also ein Umlagedefizit vor, so hat die AHV ein strukturelles Problem bei ihrer Finanzierung. Der Vermögensertrag wird nicht berücksichtigt, weil er im Umlageverfahren der AHV keine grosse Bedeutung hat und von Jahr zu Jahr sehr stark schwanken kann.

Umlageverfahren

Die AHV wird nach dem sogenannten Umlageverfahren finanziert. Dabei werden die laufenden Leistungen mit den laufenden Einnahmen finanziert – die Einnahmen werden also direkt auf die Ausgaben «umgelegt». Als Gegenstück zum Umlageverfahren gilt das Kapitaldeckungsverfahren, bei dem die Beiträge der Versicherten auf die Seite gelegt und ver-zinst werden, damit dann später aus dem gesparten Kapital die Renten bezahlt werden können.

Unternehmenssteuerreformen I-II

Die zwei bisherigen Unternehmenssteuerreformen hatten unterschiedliche Inhalte und Stossrichtungen: Die Unternehmenssteuerreform I trat 1997 in Kraft. Sie beinhaltete die Verbesserung des Holdingstandortes sowie auf Bundesebene die Beseitigung der Kapitalsteuer und die Einführung eines proportionalen Gewinnsteuertarifs. Die Unternehmenssteuerreform II wurde am 24. Februar 2008 von den Stimmenden angenommen und zwischen 2008 und 2011 in Kraft gesetzt. Ihre Kernelemente waren die Milderung der wirtschaftlichen Doppelbelastung für Aktionärinnen und Aktionäre, der Abbau von substanzzehrenden Steuern, die Entlastung für die Personenunternehmen und die Einführung des Kapitaleinlageprinzips.

Verhaltenskodex der EU

Der Rat der EU-Wirtschafts- und Finanzminister (ECOFIN) beschloss am 1. Dezember 1997 den Verhaltenskodex für die Unternehmensbesteuerung (Code of Conduct, CoC). Der Verhaltenskodex ist kein rechtsverbindliches Instrument. Er verpflichtet EU-Mitgliedstaaten politisch, geltende steuerliche Massnahmen, die zu einem schädlichen Steuerwettbewerb führen, zurückzunehmen und künftig keine derartigen Massnahmen mehr zu treffen.

Kontakt
Letzte Änderung 08.02.2019

Zum Seitenanfang

https://www.efd.admin.ch/content/efd/de/home/dokumentation/gesetzgebung/abstimmungen/staf/glossar-sv17.html