Staatsoberhäupter der deutschsprachigen Länder beenden Jahrestreffen in St. Gallen
Bern, 05.09.2025 — Die Staatsoberhäupter der deutschsprachigen Länder, die dieses Jahr turnusgemäss in der Schweiz zusammengekommen sind, haben am Freitag, 5. September 2025, in St. Gallen ihr jährliches Treffen beendet. Thematischer Schwerpunkt des Anlasses, zu dem Bundespräsidentin Karin Keller-Sutter und ihr Gatte Morten Keller die Staatsoberhäupter und deren Gattinnen eingeladen hatten, war die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit Europas.
Neben Bundespräsidentin Keller-Sutter als Gastgeberin nahmen die Staatsoberhäupter Grossherzog Henri von Luxemburg, Erbprinz Alois von und zu Liechtenstein, Philippe, König der Belgier, der österreichische Bundespräsident Alexander Van der Bellen und der deutsche Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier an dem Treffen teil. Am Donnerstag, 4. September, hatten sie sich in Bad Ragaz über innen- und aussenpolitische Aktualitäten ausgetauscht.
Bundespräsidentin Keller-Sutter äusserte sich zum Paket Schweiz-Europäische Union (EU) und erläuterte die nächsten innenpolitischen Schritte. Sie sprach zudem über die transatlantischen Beziehungen und die Absicht des Bundesrates, mit den Vereinigten Staaten eine Lösung zu suchen, um die seit dem 7. August 2025 geltenden zusätzlichen US-Zölle von 39 Prozent abzubauen. Schliesslich erläuterte die Bundespräsidentin das Schweizer Engagement für den Frieden in Europa, die Pläne zum Wiederaufbau der Ukraine sowie die Prioritäten des Schweizer Vorsitzes der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) 2026.
Das Gespräch zur Wettbewerbsfähigkeit fand am Freitagvormittag statt. «Europa muss sich im globalen Wettbewerb behaupten. Dafür braucht es verlässliche, investitionsfreundliche Rahmenbedingungen. Die Schweiz ist kontinuierlich bestrebt, diese weiter zu verbessern. Sie setzt dabei auf ihre Stärken, nicht zuletzt auf politische und wirtschaftliche Stabilität, um für Investoren attraktiv zu bleiben», erklärte die Bundespräsidentin. Die Ziele der EU zur Verringerung des administrativen Aufwands für Unternehmen seien begrüssenswert. Um die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken, müssten zudem Handelsfriktionen in Europa vermieden werden.
Kulturprogramm mit ältestem Buch deutscher Sprache
Das Kulturprogramm des Sechsertreffens war der St. Galler Textilindustrie und der Geschichte der Region gewidmet. Bei einem Besuch in der Stiftsbibliothek wurde den Staatsgästen das lateinisch-althochdeutsche Wörterbuch Abrogans gezeigt, das aus dem 8. Jahrhundert stammt und als ältestes erhaltenes Buch deutscher Sprache gilt.
Die Treffen der deutschsprachigen Staatsoberhäupter finden seit mehr als 20 Jahren statt und werden abwechselnd von den Teilnehmerländern ausgerichtet. Auch das allererste Treffen (2004), damals allerdings mit erst drei beteiligten Staaten, wurde in St. Gallen durchgeführt. Die Schweiz war zudem 2012 und 2018 Gastgeberin.