Faktenblatt "Leistungsabhängige Schwerverkehrsabgabe"

Stand Dezember 2016

Das Wichtigste in Kürze

Die leistungsabhängige Schwerverkehrsabgabe (LSVA) wird in der Schweiz seit 2001 erhoben. Sie hat die pauschale Schwerverkehrsabgabe von 1985 ersetzt. Die LSVA wird flächendeckend auf dem ganzen Schweizer Strassennetz erhoben und gilt für inländische und ausländische Fahrzeughalter. Der Abgabe unterliegen Fahrzeuge für den Personen- und Gütertransport mit einem Gesamtgewicht von über 3.5 Tonnen. Fahrzeuge für den Personentransport werden pauschal, Fahrzeuge für den Gütertransport leistungsabhängig veranlagt. Seit 1. Juli 2012 sind die Abgaben für Lastwagen der Emissionsklasse EURO VI ermässigt. Zum gleichen Zeitpunkt erfolgte eine erstmalige Anpassung der LSVA an die aufgelaufene Teuerung.


Gewichtslimite und Höhe der Abgabe

Mit der Einführung der LSVA per 1. Januar 2001 wurde die Gewichtslimite für schwere Nutzfahrzeuge von 28 auf 34 Tonnen erhöht. Seit 1. Januar 2005 gilt eine generelle Gewichtslimite von 40 Tonnen.

Die LSVA wird nach dem höchstzulässigen Gesamtgewicht, den in der Schweiz gefahrenen Kilometern und den Schadstoffwerten des Zugfahrzeugs bemessen. Am höchsten ist die Abgabe in der Kategorie 1, die Lastwagen mit dem grössten Schadstoffausstoss umfasst (Abgasklassen EURO 0 bis II). Für EURO III-Lastwagen gilt die mittlere Kategorie, während die modernen EURO IV bis VI-Fahrzeuge in der Kategorie 3 am geringsten belastet werden.

Seit dem 1. Juli 2012 wird den LKW der abgasärmsten Emissionsklasse VI ein Rabatt von 10 Prozent gewährt. Über diesen Anreiz für eine raschere Flottenerneuerung soll die Feinstaubbelastung weiter sinken. Lastwagen der Emissionsklassen Euro II und Euro III erhalten bereits seit 1. Januar 2012 eine Ermässigung von 10 Prozent, sofern sie mit einem Partikelfiltersystem ausgerüstet sind.

Die LSVA-Sätze wurden per 1. Juli 2012 zum ersten Mal an die Teuerung angepasst. Diese lag zwischen 2009 und 2011 bei rund einem Prozent. Ein 40-Tonnen-Lastwagen wird für eine Strecke von 300 Kilometern (Basel - Chiasso) heute im Durchschnitt mit 275 Franken belastet.

Umsetzung der LSVA

Der Vollzug der LSVA verursacht keine nennenswerten Probleme. Um die Erhebung der Abgabe möglichst einfach zu gestalten, wurde ein spezielles Erfassungsgerät entwickelt. Für den grenzüberschreitenden Verkehr bestehen Möglichkeiten, die Abgabe bei ausländischen Fahrzeugen ohne Erfassungsgerät zu erheben. Für den Abgabenbezug wurde ein EDV-gestütztes System aufgebaut. Für Schweizer Fahrzeuge ist das Erfassungsgerät obligatorisch. Bei ausländischen Lastwagen kann das Gerät ebenfalls – auf freiwilliger Basis – eingesetzt werden. Der weitaus grösste Teil der ausländischen Fahrzeughalter wickelt die LSVA-Abgabe manuell über die Abfertigungsterminals ab, die pro Jahr über zwei Millionen Mal benutzt werden. Über 90 Prozent der ausländischen Chauffeure bezahlen die LSVA bargeldlos mit Tankkarten oder über ein LSVA-Konto. Dies trägt wesentlich zu einer raschen Abwicklung an der Grenze bei.

Rund 55 000 inländische und 3000 ausländische Fahrzeuge sind mit dem Erfassungsgerät «emotach» ausgerüstet.

Ein wichtiges Element sind die Kontrollen zur Einhaltung der Selbstdeklaration. Dazu wurden auf den Schweizer Autobahnen automatische Kontrollanlagen installiert, die mit Laserscannern und Infrarotkameras ausgerüstet sind. Für mobile Kontrollen wird ein Fahrzeug mit ähnlicher Ausrüstung eingesetzt.

Verwendung der Einnahmen

2015 betrugen die Nettoeinnahmen aus der LSVA 1,457 Milliarden Franken. Ein Drittel der Einnahmen geht an die Kantone, zwei Drittel erhält der Bund. Die Kantone verwenden ihren Anteil zum Ausgleich der von ihnen getragenen ungedeckten Kosten am Strassenverkehr. Die Einnahmen des Bundes werden hauptsächlich zur Finanzierung von Grossprojekten des öffentlichen Verkehrs verwendet.

https://www.efd.admin.ch/content/efd/de/home/dokumentation/archiv/zoll/fb-leistungsabhaengige_schwerverkehrsabgabe.html