Eidgenössisches Finanzdepartement EFD

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Reorganisation der Bundesinformatik

30. Nov 1998 - Die Informatik soll die Geschäftsprozesse der Bundesverwaltung künftig wirksamer und wirtschaftlicher unterstützen. Der Bundesrat hat einen tiefgreifenden Umbau der Informatik beschlossen, der eine konsequente bundesweite Standardisierung und eine Zentralisierung der Leistungserbringung zur Folge haben wird. Durch die Konzentration der Rechner werden massiv Kosten eingespart. Das veranschlagte Effizienzsteigerungspotential nach Umsetzung der Reform beträgt rund 150 Millionen Franken im Jahr. Ein Abbau von 500 Stellen in den nächsten drei bis vier Jahren kann dank Umschulung, Nutzung der natürlichen Fluktuation und Reduktion von externen Personalressourcen ohne Entlassungen realisiert werden.

In der Informatik der Bundesverwaltung werden mit einer neuen Rollenaufteilung bessere Voraussetzungen geschaffen, um die Informatik als eine zentrale Ressource in der Verwaltung effektiver einzusetzen, diese effizienter zu erbringen und die Informatik auch verstärkt in den normalen Führungsprozess zu integrieren. Auch die Strategische Steuerung der Informatik wird neu organisiert. Sie legt in Zukunft die bundesweit geltenden Vorgaben fest und setzt sich zusammen aus dem interdepartementalen Informatikrat und dem Informatik Strategieorgan Bund (ISB) im EFD.

Die Informatikrevision wird der Eidgenössischen Finanzkontrolle (EFK) unterstellt und soll die übergeordnete Revision im Informatikbereich wahrnehmen.

Leistungsvereinbarungen und Kostenrechnung

In Zukunft stehen Leistungsbezüger und Leistungserbringer in einem Auftragsverhältnis. Die Leistungserbringer werden also von den Leistungsbezügern, d.h. den Verwaltungseinheiten getrennt. Diese bestimmen den Einsatz der Informatik aufgrund ihrer Geschäftsprozesse. Dafür erteilen sie den Leistungserbringern entsprechende Aufträge und schliessen mit Ihnen Leistungsvereinbarungen ab. Um diese neuen Rollen wahrzunehmen, werden Know-How aufgebaut und neue Führungsinstrumente (z.B. Kosten- und Leistungsverrechnung) geschaffen. Bei den Leistungserbringern ist die Nutzung der Skaleneffekte (z.B. durch die Zusammenlegung von Rechnern) ein bestimmender Faktor. Durch die Konzentration der Leistungserbringer auf Ebene Departement können Grössenvorteile und Synergien genutzt und die Kosten gesenkt werden. Die Informatikdienstleistungen werden einerseits vom neuen Bundesamt für Informatik und Telekommunikation (BIT) im Eidg. Finanzdepartement (EFD) und anderseits von departementalen Leistungserbringern angeboten. Das BIT erbringt die Leistungen im Bereich der Querschnittsaufgaben wie CC-SAP, CC-Internet, Telekommunikation (inkl. Telefonie, ohne die Bereiche der Armee), operative Sicherheit, Informatikausbildung, etc. für die gesamte Bundesverwaltung und bietet seine Dienstleistungen auch für Fachanwendungen der Aemter und Departemente an. Maximal ein Leistungserbringer pro Departement erbringt Informatik-Leistungen für die departements- bzw. amtsspezifischen Fachanwendungen. Im EFD entwickelt und betreibt das BIT die Fachanwendungen des Departements.

Verantwortung und Steuerung der Informatik beim Benutzer –


auch BFI davon betroffen
Das heutige Bundesamt für Informatik (BFI), das neben der Rolle des Leistungserbringers auch regulative, normative und steuernde Aufgaben wahrnimmt, wird aufgeteilt. Das künftige Bundesamt für Informatik und Telekommunikation (BIT) wird sich als Dienstleister auf die bundesweite Leistungserbringung insbesondere im Bereich der Querschnittsaufgaben konzentrieren, Leistungen für die Fachanwendungen der Departemente anbieten und deren Leistungserbringer koordinieren. Die Gesamtverantwortung und Steuerung der Informatik liegt neu bei den Departementen und der Bundeskanzlei, welche im Informatikrat vertreten sind. Dieser entscheidet über Strategien und bundesweite Vorgaben, welche unter der Federführung des neuen Informatikstrategie-Organ-Bund (ISB) gemeinsam mit den Leistungsbezügern und Leistungserbringern erarbeitet werden.

Für den Umbau der Informatik in der Bundesverwaltung sind Nettomehrinvestitionen von 160 Mio. Franken notwendig. Daraus resultiert ein jährlich wiederkehrender Nutzen von ca. 150 Mio. Franken. Die Reorganisation hat auch Auswirkungen auf den Personalbestand: Von den heutigen 2000 Stellen im Informatikbereich werden in den kommenden vier Jahren deren 500 abgebaut. Entlassungen wird es voraussichtlich dank Umschulung, Nutzung der natürlichen Fluktuation und Reduktion von externen Personalressourcen keine geben. Ein sozialverträgliches Personalmigrationskonzept soll in Absprache mit den Verbänden ausgearbeitet werden.

Auskunft:
Dieter Syz, Direktor BFI, Tel. 031 / 325.90.12

30. November 1998

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