Bundespersonalpolitik auf Kurs
Bern, 28.03.2012 - Die jährliche Berichterstattung über das Personalmanagement der Bundesverwaltung zeichnet ein erfreuliches Bild vom Stand der Bundespersonalpolitik. Die Umsetzung der Personalstrategie Bundesverwaltung 2011–2015 liegt im Zeitplan. Auch bei den neuen Sollwerten des Bundesrates für das Personalmanagement, die bis Ende 2015 erreicht werden sollen, ist die Bundesverwaltung auf Kurs. Der Bundesrat hat das Reporting 2012 zur Kenntnis genommen und an die Geschäftsprüfungs- und Finanzkommissionen der eidgenössischen Räte weitergeleitet.
Mit dem Reporting über das Personalmanagement der Bundesverwaltung informiert der Bundesrat die Geschäftsprüfungs- und Finanzkommissionen der eidgenössischen Räte jährlich über den Stand der Umsetzung der Personalpolitik. Der vom Eidgenössischen Personalamt (EPA) erstellte Bericht enthält eine personalpolitische Gesamtbeurteilung sowie einen Überblick über die Entwicklung der letzten fünf Jahre mit Angaben über den Personalbestand, die Ausgaben für das Personal, die Anteile verschiedener Personalgruppen und die wichtigsten Ergebnisse der Personalbefragung. Der Bericht über das Jahr 2011 enthält erstmals Angaben zum Umsetzungsstand der Personalstrategie Bundesverwaltung 2011–2015. Ihm liegen zudem die neuen Sollwerte und Indikatoren des Bundesrates für das Personalmanagement der Bundesverwaltung zu Grunde. Diese sind als Zielbänder ausgestaltet, um der Komplexität der Bundesverwaltung besser Rechnung tragen zu können. Die neuen Vorgaben sollen bis 2015 erreicht werden.
Die Kennzahlen der Parlamentsdienste sowie der eidgenössischen Gerichte und der Bundesanwaltschaft sind in zwei Anhängen aufgeführt. Für diese Bereiche gelten die Sollwerte und Indikatoren des Bundesrates nicht; sie erscheinen aber in den Tabellen zum Vergleich.
Umsetzung der Personalstrategie Bundesverwaltung 2011–2015
In Zusammenarbeit mit den Departementen und der Bundeskanzlei konnte das EPA bereits mehrere Massnahmen aus der Personalstrategie ganz oder teilweise umsetzen. Dazu gehören die Aufschaltung eines neuen Stellenportals unter www.stelle.admin.ch, eine besser ausgebaute Informatikunterstützung für das Personalkostencontrolling und die Bewirtschaftung der Abwesenheiten sowie Vorgaben zur Förderung der beruflichen Integration von Menschen mit Behinderungen. Bereits ist auch die erste Etappe des Lohngleichheitsdialogs zwischen Bundesrat und Sozialpartnern abgeschlossen worden. Dabei wurden nach einem standardisierten Verfahren keine geschlechterbedingten Lohndiskriminierungen in der Bundesverwaltung festgestellt. Im Zusammenhang mit dem Grundlagenwechsel in der beruflichen Vorsorge, bei dem die Leistungen der Pensionskasse PUBLICA an die demographischen Veränderungen angepasst werden mussten, beschloss der Bundesrat am 18. Mai 2011 Begleitmassnahmen für das Vorsorgewerk Bund. Am 31. August 2011 verabschiedete er die Botschaft über die Revision des BPG. Sie ist Bestandteil der in der Personalstrategie enthaltenen Revision des Bundespersonalrechts.
Erfreuliche Resultate bei den wichtigsten Kennzahlen
Für die Bundesverwaltung lassen sich folgende positiven Resultate feststellen:
- Der Stellenbestand ist gesunken und beträgt nun 32‘179 Vollzeitstellen; dies sind 235 weniger als im Vorjahr. Zählt man die Anzahl Mitarbeitende, so waren es 35‘618; das sind 162 weniger als im Jahr 2010.
- Die Verteilung der Geschlechter hat sich den Verhältnissen in der übrigen erwerbstätigen Bevölkerung angenähert. Die Frauenanteile in den Kaderklassen sind in den letzten Jahren stetig gestiegen. Mit den neuen Sollwerten für das mittlere Kader (Zielband zwischen 29 und 34 Prozent in den Lohnklassen 24 bis 29) und für das oberste Kader (Zielband zwischen 16 und 20 Prozent in den Lohnklassen 30 bis 38) will der Bundesrat den Frauenanteil weiter erhöhen.
- Die Anteile der Landessprachen entwickeln sich in Richtung der Sollwerte.
- Der Anteil Lernender ist kontinuierlich gestiegen und hat 2011 mit fünf Prozent die obere Grenze des Sollwerts bereits erreicht, dessen Zielband zwischen vier und fünf Prozent liegt. Die Hochschulpraktika liegen mit 1,1 Prozent leicht unter dem Zielband (zwischen 1,2 und 1,8 Prozent).
- Erfreulich ist der Stand bei der Integration von Menschen mit Behinderungen. Mit 1,2 Prozent lag der Anteil bereits im Zielband, das einen Wert zwischen einem und zwei Prozent vorsieht.
- Bei den Sollwerten für die Verbleibquoten der Lernenden und der Hochschulpraktikantinnen und -praktikanten in der Bundesverwaltung konnten 18,9 Prozent der Lernenden und 30,7 Prozent der Hochschulpraktikantinnen und
-praktikanten spätestens innerhalb der ersten sechs Monate nach der Lehre oder dem Studium angestellt werden (Soll zwischen 30 und 40 Prozent). - Die Bruttofluktuation, in der unter anderem auch die Pensionierungen eingeschlossen sind, ist von 6,1 Prozent auf 6,6 Prozent gestiegen; 4,1 Prozent haben eine Stelle ausserhalb der Bundesverwaltung angenommen (Nettofluktuation). Dieser Wert hat sich damit praktisch auf dem Vorjahresniveau stabilisiert.
- Die Indikatoren für die qualitativen Entwicklungen aus den regelmässigen Personalbefragungen zeigen, dass die Arbeitszufriedenheit und die Gesundheit beim Personal der Bundesverwaltung auf einem guten Stand sind. Bei der Bindung an den Arbeitgeber und der Zufriedenheit mit der Vereinbarkeit von Arbeit und Privatleben besteht noch Optimierungspotenzial. In diesen zentralen Bereichen sieht die Personalstrategie denn auch die Umsetzung von Massnahmen vor.
Herausgeber:
- Der Bundesrat
- Internet: http://www.bundesrat.admin.ch/
- Eidgenössisches Finanzdepartement
- Internet: http://www.efd.admin.ch