Die bisherige Eignerstrategie des Bundesrates für die Rüstungsunternehmen des Bundes RUAG wurde vom Eidgenössischen Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) zusammen mit dem Eidgenössischen Finanzdepartement (EFD) unter Beizug der RUAG überarbeitet.
Der Bundesrat betont in seiner neuen Eignerstrategie die Bedeutung der Rüstungsunternehmen für die Erfüllung des verteidigungspolitischen Auftrages und verzichtet deshalb auf eine Öffnung des Aktionariats sowohl bei der RUAG Holding als auch auf der Stufe der ehemaligen Rüstungsunternehmen.
Der Bundesrat erwartet, dass die RUAG eine Geschäftspolitik verfolgt, die zu strategischen Kundenbeziehungen im militärischen und zivilen Bereich mit hoher Kundenzufriedenheit und einer nachhaltigen Entwicklung führt, die ihre Konkurrenzfähigkeit gewährleistet, ihre gesunde finanzielle Basis sichert, einer fortschrittlichen Personalpolitik verpflichtet ist und die auf eine öffentliche Wahrnehmung als leistungsfähiges, international aktives Technologieunternehmen ausgerichtet ist.
Der Bundesrat erwartet weiter, dass die RUAG ihre Konkurrenzfähigkeit im zivilen und militärischen Bereich aufrechterhält sowie ihre entsprechenden Marktleistungen zur breiteren Abstützung der Technologiefelder ausbaut und stärkt. Für die Tätigkeiten zugunsten der Armee soll sie ihre Fähigkeiten an denjenigen Technologiefeldern orientieren, die aufgrund der Planung der Armee als künftige Kernbereiche definiert oder die zur Sicherstellung der Betriebsfähigkeit der in der Armee bereits im Einsatz befindlichen Systeme notwendig sind. Aufgrund bestehenden Know-hows und Produktionsfähigkeit sollen namhafte Beiträge zur Sicherstellung der Aufwuchsfähigkeit der Armee geleistet werden können.
Der Bundesrat erwartet, dass die RUAG weiterhin eine fortschrittliche, sozial verantwortliche, transparente und ethischen Grundsätzen verpflichtete Personalpolitik verfolgt, sich aktiv in der Berufsbildung engagiert und entsprechende Ausbildungsplätze bereitstellt.
Für den Bundesrat steht ein organisches Wachstum im Vordergrund. Diese Präferenz schliesst Akquisitionen nicht aus. Er erwartet aber, dass die RUAG unter anderem eine risikobewusste Kooperations- und Beteiligungsstrategie verfolgt, welche die Markt- und die Zulieferposition stärkt, den Unternehmenswert und das Gesamtergebnis der RUAG steigert sowie die Technologiebasis im Sinne dieser Eignerstrategie erweitert, eine dauernde und enge führungsmässige Betreuung sicherstellt und keine unkalkulierbaren Risiken oder Klumpenrisiken in Kauf nimmt.
Beteiligungen und/oder Geschäftseinheiten, die für den Bund und die Unternehmung nicht von strategischer Bedeutung bzw. für die Erfüllung des Kernauftrages nicht mehr notwendig sind, sind zu veräussern. Der Bundesrat erwartet, dass die RUAG die beiden mit der Wahrnehmung der Eignerinteressen betrauten Departemente über die Erreichung der strategischen Ziele und die Umsetzung der in der Eignerstrategie stipulierten Vorgaben informiert.
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